Caroline Märklin

Das Leben von Caroline Märklin, die maßgeblich am Aufbau des Spielwaren- und Modelleisenbahnherstellers Märklin beteiligt war, ihn über Jahre alleine geleitet hat, ist hinlänglich bekannt und kann auf Wikipedia nachgelesen werden. Charlotte von Feyerabend hat ihr Leben dennoch als Grundlage genommen, um es in einen rund 300 Seiten langen Roman zu betten.

Dabei geht es von Feyerabend aber nicht nur um Caroline Märklin – geschickt strickt sie ein Geflecht von Nebenerzählungen. Über einen Zeitraum von 34 Jahren, von 1858 bis 1892, zeichnet sie das Leben Leben mehrerer Frauen im Umfeld von Caroline Märklin im 19. Jahrhundert nach. Caroline Märklin, die früh das Geschäft ihres verstorbenen Mannes übernommen aber schon vorher stark geprägt hatte, ist dafür eine interessante Figur. Gerade den immer wiederkehrenden Vergleich ihrer Rolle in ihrer Ehe und der Firma und dem der weiteren Protagonistinnen nutzt von Feyerabend, um den Stand der Frauen in der Gesellschaft und die Vorbehalte gegenüber selbständigen Frauen darzustellen.

Nun wäre es sicherlich ein wenig zu einfach, nur das Leben von Caroline Märklin nachzuerzählen. Daher wirft Charlotte von Feyerabend auch einen Blick auf die zunehmende Industrialisierung, die Caroline Märklin z.B. auf ihrer ersten Handelsreise wahrnimmt. Vor allem aber zieht sich das Thema Gleichberechtigung und Emanzipation wie ein Faden durch das Buch. Insbesondere am Leben und Leiden von Caroline Märklins Schwester Emilie wird der schwere Stand von Frauen in der damaligen Gesellschaft veranschaulicht. Das wirkt beim Lesen manchmal etwas plakativ, auch wenn es solche Schicksale sicherlich viel zu oft gegeben hat.

Auch das Entstehen des späteren Marktführers im Bereich Modellbahn aus einem kleinen Flaschner-Betrieb (Als Flaschner wurden in Teilen Baden-Württembergs und Frankens, im südlichen Vogtland und südlichen Westerzgebirge sowie in Nordbayern Klempner bezeichnet.) wird sorgsam und möglichst nah an den wahren Begebenheiten erzählt. In den Fußnoten wird auf entsprechende Quellen verwiesen. Das Buch endet 1892 mit der Umfirmierung zur Gebr. Märklin & Cie. GmbH, als Emil Friz als Gesellschafter in das Unternehmen einsteigt und der Grundstein für die Modelleisenbahn gelegt ist. Caroline Märklin stirbt am 2. Dezember 1893 im Alter von 67 Jahren.

Als Roman über den weltweit größten Modellbahnhersteller einerseits und über eine Frau im 19. Jahrhundert andererseits, die sich gegen viele Widerstände der Gesellschaft behaupten und Schicksale verarbeiten muss, ist dieses Buch ein Geschenktipp für Weihnachten sowohl für den Modellbahner an seine Frau als auch von der Ehefrau an ihren modellbahnenden Gatten (ja, es soll auch Modellbahnerinnen geben). Ausnahmsweise muss in diesem Fall nicht auf das passende Strom- und Gleissystem geachtet werden!

Das Buch ist im Verlag Droemer HC erschienen, ISBN: 978-3-426-28391-2.

Gewinnspiel

Ich habe freundlicher Weise ein Lese-Exemplar des Buchs zur Verfügung gestellt bekommen, das ich hier verlose. Die Preisfrage lautet: Wie lautet der Geburtsname von Caroline Märklin?

Der Gewinner des Buchpreises ist Herr Heinz K. aus Hambach!

Ein zweites Exemplar verlose ich nochmal im neuen Jahr!

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